Einleitung
Jannis Schottler ist Developer bei OMmatic. Als Werkstudent entwickelt und wartet er technische Lösungen für Kanzlei-Websites und interne Tools der OMmatic-Plattform – mitten im echten Agentur-Alltag, nicht im Sandkasten.
Im Gespräch spricht er darüber, was er in dieser Zeit gelernt hat, das ihm kein Studium beibringen konnte – und warum eine spezialisierte Agentur ein ungewöhnlich guter Einstieg in die Entwicklerkarriere ist.
Fragen und Antworten
Du arbeitest als Student bei OMmatic als Developer. Wie sieht dein Alltag konkret aus – woran arbeitest du gerade?
Mein Alltag ist eine Mischung aus Entwicklung und Infrastruktur. Auf der einen Seite arbeite ich mit .NET und modernen Webtechnologien an internen Tools, die unsere Abläufe in der Agentur effizienter machen. Auf der anderen Seite kümmere ich mich um unsere Hosting-Infrastruktur – also Server- und Cloud-Verwaltung für die Kanzlei-Websites, die wir betreuen. An einem Tag entwickle ich ein neues Feature, am nächsten richte ich Server ein, automatisiere Deployments oder behebe ein Performance-Problem. Diese Abwechslung macht es spannend, weil ich den gesamten Weg sehe und betreue – von der Entwicklung bis zum laufenden Betrieb.
Was war das erste echte Projekt, das du eigenverantwortlich umgesetzt hast – und was hast du dabei gelernt, das dir kein Studium beibringen kann?
Besonders in Erinnerung geblieben sind mir der Persona-Generator und die automatische WordPress-Server-Installation, die bis heute ein Grundbestandteil von Trailblazer ist. Der Unterschied zum Studium: Dort gibt man ein Projekt ab und bekommt eine Note. Hier bekommt man Feedback von echten Nutzern, und das Tool muss auch nach der Abgabe weiterlaufen, gewartet und verbessert werden. Ich habe gelernt, wie viel Denkarbeit in Automatisierung steckt: Ein Skript, das in 95 Prozent der Fälle funktioniert, verursacht in den restlichen 5 Prozent echte Probleme – also muss man jeden Sonderfall vorher durchdenken.
Kanzlei-Websites und interne Tools sind dein Bereich. Was überrascht dich an den technischen Anforderungen des Rechtsektors im Vergleich zu anderen Branchen?
Überrascht hat mich vor allem, wie hoch die Anforderungen an Zuverlässigkeit, Datenschutz und Vertrauen sind. Eine Kanzlei-Website ist oft der erste Kontaktpunkt für Menschen in schwierigen Situationen – da darf nichts ausfallen, nichts langsam laden und schon gar nichts mit personenbezogenen Daten schiefgehen. DSGVO-Konformität ist hier kein Nice-to-have, sondern eine Grundvoraussetzung. Diese Kombination aus Stabilität, Sicherheit und Geschwindigkeit ist technisch anspruchsvoller, als man es von außen vermuten würde.
Wie ist es, als Student in einem professionellen Agentur-Umfeld zu arbeiten? Was war der größte Unterschied zu deinen Erwartungen?
Ich hatte erwartet, vor allem zuzuarbeiten – kleinere Aufgaben, die sonst niemand machen will. Tatsächlich war es von Anfang an anders: Ich war einer der ersten Mitarbeiter, und gerade deshalb habe ich früh Aufgaben mit echter Verantwortung übernommen. Der größte Unterschied zum Studium ist für mich das Tempo und die Direktheit: konkrete Deadlines, sich ändernde Kundenanforderungen, klare Prioritäten. Und ich habe gemerkt, wie wertvoll kurze Wege sind – wenn ich eine Frage habe, wende ich mich direkt an die Person mit dem Wissen.
Welche Technologien und Tools hast du bei OMmatic kennengelernt, die dir für deine weitere Karriere besonders wertvoll erscheinen?
Am wertvollsten ist für mich die Kombination aus Softwareentwicklung und Infrastruktur. Mit .NET habe ich ein in der Industrie weit verbreitetes Framework in echten Projekten eingesetzt. Prägend war aber vor allem der Bereich Hosting und Cloud: zu verstehen, wie Anwendungen tatsächlich betrieben werden, wie man Deployments automatisiert und Systeme auch unter Last stabil hält. Wer beides kann, entwickeln und betreiben, ist auf dem Arbeitsmarkt klar im Vorteil.
Was würdest du Studierenden sagen, die überlegen, ob ein Werkstudentenjob in einer spezialisierten Agentur das Richtige für sie ist?
Macht es, je früher im Studium, desto besser. Eine spezialisierte Agentur hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber großen Konzernen: Man ist nah dran an allem. Statt ein winziges Zahnrad in einem riesigen Projekt zu sein, sieht man den kompletten Prozess vom Kundenbedarf über die Entwicklung bis zum laufenden Betrieb. Man bekommt schnell Verantwortung und das eigene Ergebnis ist direkt sichtbar. Man muss bereit sein, sich in Themen einzuarbeiten, die im Hörsaal nicht vorkommen – aber genau das ist der Punkt: Man lernt, sich selbstständig Wissen anzueignen.
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