Einleitung
Vlad Sierov ist Web Developer bei OMmatic. Er entwickelt und wartet technisch einwandfreie Kanzlei-Websites – schnell, sicher und mobiloptimiert.
Im Gespräch erklärt er, welche technischen Fehler er bei Kanzlei-Websites am häufigsten sieht – und was den Unterschied zwischen einer Website, die gut aussieht, und einer, die wirklich performt, ausmacht.
Fragen und Antworten
Was ist der häufigste technische Fehler, den du bei Kanzlei-Websites siehst, wenn du sie zum ersten Mal öffnest?
Am häufigsten sehe ich zwei Dinge: Fehler in der mobilen Darstellung und veraltete Plugins. Der erste Punkt ist für die Besucher entscheidend – ein großer Teil des Traffics kommt heute über mobile Geräte, und die Website muss auf jedem Bildschirm einwandfrei aussehen und bedienbar sein. Veraltete Plugins sind dagegen ein Sicherheitsthema: Sie gefährden nicht nur die Website selbst, sondern auch die Daten der Mandanten.
WordPress ist für viele Kanzleien der Standard. Was sind die größten Vor- und Nachteile – und wann empfiehlst du eine andere Lösung?
WordPress ist aktuell die populärste Lösung – und das aus gutem Grund. Dank der großen Auswahl an Plugins und Modulen lässt sich eine professionelle Website entwickeln, die alle Anforderungen einer Kanzlei abdeckt. Der größte Nachteil entsteht, wenn die Website mit zu vielen Plugins überladen wird. WordPress ist wie jedes Werkzeug: Man muss es richtig einsetzen. Andere CMS würde ich nur dann empfehlen, wenn es um ein wirklich großes Online-Portal mit sehr hohen Besucherzahlen geht.
Ladezeit, SSL, Mobile – was davon ist für Kanzleien am kritischsten und warum?
Alle drei Punkte sind entscheidend, keiner lässt sich weglassen. Der Anteil des mobilen Traffics ist sehr hoch. Die Ladegeschwindigkeit wirkt sich direkt auf das SEO-Ranking aus. Und SSL ist heute schlicht Pflicht – ohne Zertifikat markiert der Browser die Website als „Nicht sicher". Gerade bei einer Kanzlei ist dieses Warnsignal fatal: Das Vertrauen ist verloren, bevor der Besucher überhaupt eine Zeile gelesen hat.
Kanzleien wollen ihre Website oft selbst pflegen. Was ist dabei realistisch – und wo entstehen dabei die meisten Fehler?
Realistisch und sinnvoll ist die Pflege der Inhalte – also Texte, Artikel und die Aktualisierung bestehender Seiten. Die technische Seite dagegen, etwa Plugin-Updates oder das Anlegen neuer Seiten, sollte man einem Spezialisten überlassen. Zum einen muss man wissen, wie diese Dinge richtig umgesetzt werden. Zum anderen können bei technischen Arbeiten Fehler auftreten, die sich nur lösen lassen, wenn man die Funktionsweise der eingesetzten Tools wirklich versteht.
Sicherheit ist bei Kanzleien besonders heikel wegen Mandantendaten. Was sind absolute Pflichtmaßnahmen?
Die wichtigste Maßnahme ist das rechtzeitige Aktualisieren von WordPress selbst und allen Plugins. Dazu kommen einige Grundregeln: nur zuverlässige, geprüfte Lösungen einsetzen, regelmäßige Backups erstellen, starke Passwörter und idealerweise Zwei-Faktor-Authentifizierung nutzen – und Zugangsdaten niemals weitergeben. Auch die Zugriffsrechte sollten klar geregelt sein: Nicht jeder Mitarbeiter braucht Administratorrechte.
Was ist der Unterschied zwischen einer Website, die gut aussieht, und einer, die gut performt?
Entscheidend ist die Balance zwischen Design und technischer Umsetzung. Die Website soll hochwertig aussehen und neue Mandanten ansprechen – aber ohne überladene Blöcke und aufwendige Animationen, die außer der Optik kein konkretes Ergebnis bringen. Jedes Element sollte einen Zweck erfüllen.
Wenn du einer Kanzlei mit begrenztem Budget nur eine technische Maßnahme empfehlen könntest – welche wäre das?
Als absolutes Minimum: eine technisch saubere, schlanke Visitenkarten-Website, auf der sich potenzielle Mandanten über die Kanzlei und ihre Leistungen informieren und direkt eine Anfrage stellen können. Wichtig ist aber das Verständnis: Die Website ist ein Werkzeug. Für sich allein stellt sie nur Informationen bereit. Damit sie Mandanten bringt, braucht es zusätzlich Marketing.
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