Einleitung
Cornelia Day ist Senior Account Managerin bei OMmatic. Sie verantwortet die Betreuung und Weiterentwicklung der Bestandskunden – und sieht täglich, was zwischen Strategie und Ergebnis den Unterschied macht.
Im Interview spricht sie darüber, welche Kanzleien mit OMmatic am stärksten wachsen – und was Kanzleien mitbringen müssen, damit Marketing wirklich funktioniert.
Fragen und Antworten
F1: Du betreust Bestandskunden – also Kanzleien, die schon mit OMmatic arbeiten. Was ist die häufigste Frage, die du in den ersten Wochen einer Zusammenarbeit bekommst?
Ganz klar: „Wann sehen wir erste Ergebnisse?“ Die Frage ist absolut berechtigt, und ich beantworte sie immer ehrlich. Bezahlte Werbung wie Google Ads liefert oft schon nach wenigen Tagen erste Anfragen. SEO und Content brauchen dagegen Zeit, realistisch sind drei bis sechs Monate, bis sich Rankings spürbar bewegen. Was ich in den ersten Wochen deshalb vor allem mache: Erwartungen kalibrieren und Zwischenziele definieren. Transparenz am Anfang erspart Frust in Monat drei.
F2: Welche Kanzleien wachsen mit eurer Unterstützung am stärksten – was haben sie gemeinsam?
Drei Dinge fallen mir immer wieder auf. Erstens: klare Positionierung. Kanzleien, die sagen können, für welche Mandate sie stehen und welche sie gar nicht wollen, wachsen deutlich schneller. Zweitens: Entscheidungsfreude. Die erfolgreichsten Kanzleien geben Freigaben innerhalb weniger Tage. Marketing lebt von Geschwindigkeit. Drittens: Sie verstehen Marketing als Teil der Kanzleistrategie, nicht als ausgelagerte Pflichtübung. Wenn der Anwalt im Jour Fixe selbst Themen einbringt, entsteht Content, der wirklich Mandate bringt.
F3: Es gibt Kanzleien, bei denen Maßnahmen nicht so anschlagen wie erwartet. Woran liegt das meistens?
Selten an einer einzelnen Maßnahme, fast immer an der Kette dahinter. Das häufigste Muster: Das Marketing funktioniert, aber die Mandatsannahme nicht. Wir generieren Anfragen, aber das Telefon wird nicht zuverlässig abgenommen, E-Mails werden erst nach Tagen beantwortet. Dann verpufft die beste Kampagne. Das zweite Muster sind blockierte Freigaben: Texte liegen wochenlang unveröffentlicht. In all diesen Fällen ist meine Aufgabe, das offen anzusprechen. Eine gute Account Managerin sagt auch unbequeme Dinge.
F4: Du arbeitest analytisch und pragmatisch. Welche Kennzahl schaust du dir als erstes an, wenn du den Status einer Kanzlei einschätzen willst?
Die Anzahl der qualifizierten Anfragen – also Kontaktformulare, Anrufe und E-Mails, die tatsächlich zum Profil der Kanzlei passen. Das ist die Kennzahl, die am Ende zählt. Erst danach gehe ich eine Ebene tiefer: In der Google Search Console schaue ich auf Impressionen und Klicks im Zeitverlauf, weil ich dort am frühesten sehe, ob sich Sichtbarkeit aufbaut oder ob etwas kippt. Die Reihenfolge ist mir wichtig: zuerst die Frage „Kommen die richtigen Mandate an?“, dann die Frage „Warum oder warum nicht?“.
F5: Wie sieht eine gesunde langfristige Zusammenarbeit zwischen Kanzlei und Marketingagentur aus – was muss die Kanzlei liefern, was liefert OMmatic?
Von uns kommt das komplette Handwerk: Strategie, Content, SEO, Kampagnen, Technik, Reporting. Was wir von der Kanzlei brauchen, ist überschaubar aber entscheidend: einen festen Ansprechpartner mit Entscheidungsbefugnis, zeitnahe Freigaben und ihr Fachwissen. Kein Texter der Welt kennt die Praxis eines Fachanwalts so gut wie er selbst, und genau dieses Wissen macht aus gutem Content herausragenden Content. Die langjährigsten Kundenbeziehungen, die ich betreue, sind genau die, in denen beide Seiten diese Aufteilung von Anfang an ernst genommen haben.
F6: Was wünschst du dir, dass Kanzleien vor dem Start einer Zusammenarbeit besser verstehen würden?
Dass Marketing kein Schalter ist, den man umlegt, sondern ein System, das man aufbaut. Viele Kanzleien starten mit der Vorstellung, eine Agentur zu beauftragen sei wie eine Anzeige zu schalten: Geld rein, Mandate raus. Tatsächlich bauen wir gemeinsam etwas auf, das mit jedem Monat wertvoller wird – eine Website, die rankt, Inhalte, die über Jahre Anfragen bringen. Die ersten Monate sind Investition, nicht Ernte.
F7: Was war das schönste Erfolgserlebnis, das du in deiner Arbeit mit Kanzleien erlebt hast?
Eine kleinere Kanzlei kam zu uns, die fachlich hervorragend war, aber online praktisch unsichtbar. Die Anfragen kamen fast ausschließlich über Empfehlungen. Wir haben die Positionierung geschärft, die Website neu strukturiert und konsequent Inhalte zu ihrem Kernthema aufgebaut. Nach etwa einem Jahr saß einer der Partner im Jour Fixe und sagte, sie müssten inzwischen Mandate ablehnen und könnten sich die Fälle aussuchen, die wirklich zu ihnen passen. Genau dafür mache ich diesen Job.
Mehr über Cornelia Day erfahren Sie auf der Profilseite.





