Der Werbezeitplaner (Anzeigenplanung) ist eine Funktion in Google Ads, mit der Werbetreibende festlegen, an welchen Wochentagen und zu welchen Uhrzeiten ihre Anzeigen ausgespielt werden. Zusätzlich lassen sich Gebote für bestimmte Zeitfenster erhöhen oder senken. So wird Budget auf die Zeiten konzentriert, in denen die Zielgruppe am ehesten konvertiert.
Wie funktioniert der Werbezeitplaner?
Im Werbezeitplaner wird pro Kampagne ein Zeitplan aus Wochentagen und Uhrzeitfenstern definiert, etwa Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr. Außerhalb dieser Fenster pausiert die Ausspielung automatisch. Die Zeitangaben beziehen sich auf die Zeitzone des Google-Ads-Kontos, nicht auf die des Nutzers — bei international ausgerichteten Kampagnen ist das zu berücksichtigen.
Ergänzend können Gebotsanpassungen je Zeitfenster hinterlegt werden, zum Beispiel plus 20 % während der Geschäftszeiten oder minus 30 % am Wochenende. Bei vollautomatischen Gebotsstrategien wie Ziel-CPA berücksichtigt das System die Tageszeit allerdings bereits selbst; manuelle Gebotsanpassungen im Zeitplan wirken dort nicht oder nur eingeschränkt.
Warum ist die Anzeigenplanung wichtig?
Nicht jede Stunde ist gleich wertvoll. Ein Unternehmen, das Anfragen nur telefonisch entgegennimmt, profitiert wenig von Klicks um Mitternacht — insbesondere, wenn das Tagesbudget dann bereits am Vormittag verbraucht wird, bevor die anfragestarken Zeiten beginnen. Der Werbezeitplaner konzentriert das Budget auf Zeiten mit hoher Abschlusswahrscheinlichkeit.
Für Kanzleien ist das besonders relevant, wenn die telefonische Erreichbarkeit im Mittelpunkt steht: Läuft eine Kampagne mit Anruf-Fokus nachts weiter, entstehen Klickkosten ohne realistische Kontaktchance. Umgekehrt kann es sinnvoll sein, Formular-basierte Kampagnen auch abends laufen zu lassen, weil viele Menschen rechtliche Themen nach Feierabend recherchieren.
Werbezeitplaner in der Praxis
Grundlage für einen guten Zeitplan sind Daten, nicht Vermutungen. Der Bericht nach Tageszeit und Wochentag in Google Ads zeigt, wann Klicks, Conversions und Kosten anfallen. Erst wenn ausreichend Conversion-Daten vorliegen, lassen sich schwache Zeitfenster zuverlässig identifizieren — vorschnelle Einschränkungen auf Basis weniger Tage führen oft zu Fehlentscheidungen.
Ein bewährtes Vorgehen: Kampagnen zunächst rund um die Uhr laufen lassen, nach einigen Wochen die Leistung je Zeitfenster auswerten und dann gezielt einschränken oder Gebote anpassen. Bei Smart-Bidding-Kampagnen sollte der Zeitplan primär genutzt werden, um Zeiten ohne Servicefähigkeit auszuschließen, nicht für kleinteilige Gebotssteuerung.