Ein Verwaltungskonto (MCC, My Client Center) ist ein übergeordnetes Google-Ads-Konto, mit dem Agenturen und größere Unternehmen mehrere Werbekonten zentral verwalten. Statt sich in jedes Konto einzeln einzuloggen, greift der Verwalter über einen Zugang auf alle verknüpften Konten zu, erstellt kontenübergreifende Berichte und steuert Nutzerrechte und Abrechnung. Die Werbekonten selbst bleiben eigenständig und im Besitz der Kunden.
Wie funktioniert ein Verwaltungskonto?
Das Verwaltungskonto selbst schaltet keine Anzeigen; es ist eine Verwaltungsebene über regulären Google-Ads-Konten. Bestehende Kundenkonten werden per Verknüpfungsanfrage angebunden, die der Kontoinhaber bestätigt; neue Konten kann das MCC direkt anlegen. Verwaltungskonten lassen sich zudem verschachteln, sodass etwa Teams oder Kundengruppen eigene Unter-MCCs erhalten.
Innerhalb der Struktur arbeiten Agentur-Mitarbeiter mit abgestuften Rollen von Lesezugriff bis Administration in allen verknüpften Konten. Übergreifende Funktionen wie kontenübergreifende Berichte, gemeinsame Negativ-Listen, Skripte und automatische Regeln sowie eine konsolidierte Abrechnung machen die Verwaltung vieler Konten effizient.
Warum ist das Verwaltungskonto wichtig?
Für Agenturen ist das MCC das zentrale Arbeitswerkzeug: Es bündelt Zugriffe, ohne dass Login-Daten der Kunden geteilt werden müssen, und macht die Zusammenarbeit sauber trennbar. Kündigt ein Kunde, wird die Verknüpfung gelöst; das Werbekonto mit seiner gesamten Historie bleibt beim Kunden. Genau deshalb gilt als gute Praxis, dass das Werbekonto immer dem Werbetreibenden gehört und die Agentur nur verknüpft wird.
Auch für Unternehmen mit mehreren Marken, Ländern oder Standorten lohnt ein eigenes Verwaltungskonto, um Budgets, Rechte und Berichte zentral zu steuern. Für den Zugriff über die Google-Ads-API ist ein MCC in der Regel ohnehin Voraussetzung.
Verwaltungskonto in der Praxis: Worauf Kunden achten sollten
Wer eine Agentur beauftragt, sollte zwei Punkte vertraglich und technisch sicherstellen: Erstens läuft das Werbekonto auf den eigenen Namen und die eigene Zahlungsquelle, die Agentur erhält nur Verwaltungszugriff über ihr MCC. Zweitens behält der Kunde selbst Administratorzugriff auf sein Konto. So bleiben Daten, Conversion-Historie und Qualitätsfaktoren beim Anbieterwechsel erhalten.
Ein Warnsignal ist das Gegenteil: Kampagnen laufen in einem Konto der Agentur, das der Kunde weder einsehen noch mitnehmen kann. Beim Wechsel gehen dann Historie und Lerndaten verloren, und der Neuaufbau beginnt bei null. Für Kanzleien und Unternehmen gilt daher: Kontoinhaberschaft klären, bevor die erste Kampagne startet.