Standort-Targeting (Geo-Targeting) bezeichnet die geografische Ausrichtung von Werbekampagnen auf bestimmte Länder, Regionen, Städte oder Umkreise. Anzeigen werden nur Nutzern gezeigt, die sich in den festgelegten Gebieten befinden oder Interesse daran zeigen. Für lokal tätige Unternehmen wie Kanzleien ist Standort-Targeting eines der wichtigsten Instrumente, um Streuverluste zu vermeiden.
Wie funktioniert Standort-Targeting?
Werbeplattformen wie Google Ads oder Meta Ads bestimmen den Standort eines Nutzers über Signale wie IP-Adresse, GPS-Daten mobiler Geräte, WLAN-Informationen und Angaben in der Suchanfrage. Werbetreibende können Zielgebiete auf verschiedenen Ebenen festlegen: ganze Länder, Bundesländer, Städte, Postleitzahlgebiete oder einen Umkreis um eine Adresse, etwa 30 Kilometer um den Kanzleistandort.
In Google Ads ist zusätzlich die Standortoption entscheidend: Standardmäßig werden sowohl Personen erreicht, die sich im Zielgebiet befinden, als auch Personen, die Interesse an diesem Gebiet zeigen — etwa durch Suchanfragen wie 'Anwalt Kaiserslautern' aus einer anderen Stadt. Wer nur physisch anwesende Nutzer erreichen will, muss die Option 'Präsenz' aktiv auswählen. Gebiete lassen sich außerdem gezielt ausschließen.
Warum ist Standort-Targeting wichtig?
Präzises Standort-Targeting entscheidet bei lokalen Dienstleistern direkt über die Wirtschaftlichkeit einer Kampagne. Eine Kanzlei, die nur Mandate aus ihrer Region annimmt, verbrennt Budget, wenn ihre Anzeigen bundesweit ausgespielt werden. Umgekehrt kann ein zu enges Gebiet Reichweite verschenken, wenn Mandanten auch aus dem Umland kommen.
Zusätzlich ermöglicht Standort-Targeting differenzierte Strategien: Für das Kerngebiet können höhere Gebote gesetzt werden als für Randzonen, und Anzeigentexte lassen sich pro Region mit Ortsbezug formulieren, was die Klickrate typischerweise verbessert.
Typische Fehler beim Standort-Targeting
Der häufigste Fehler ist die unveränderte Standardeinstellung 'Präsenz oder Interesse' bei rein lokalen Angeboten — sie führt dazu, dass auch Nutzer weit außerhalb des Einzugsgebiets Anzeigen sehen. Ebenfalls verbreitet: Zielgebiete werden einmal eingestellt und nie anhand der Standortberichte überprüft, obwohl diese zeigen, aus welchen Orten tatsächlich Klicks und Conversions kommen.
Auch die Kombination mehrerer Kampagnen mit überlappenden Gebieten kann zu interner Konkurrenz führen. Sinnvoll ist eine regelmäßige Auswertung der geografischen Berichte, um unrentable Gebiete auszuschließen und starke Gebiete gezielt zu stärken.