Eine Sitzung (englisch Session) ist in der Web-Analyse ein zusammenhängender Besuch eines Nutzers auf einer Website oder in einer App. Sie beginnt mit der ersten Interaktion und endet nach einer Phase der Inaktivität — in Google Analytics 4 standardmäßig nach 30 Minuten ohne Aktivität. Eine Sitzung kann mehrere Seitenaufrufe und Events umfassen und ist eine der Basiskennzahlen für Traffic-Auswertungen.
Wie funktioniert eine Sitzung technisch?
In Google Analytics 4 startet eine Sitzung mit dem automatischen Event session_start. Alle folgenden Events desselben Nutzers werden dieser Sitzung zugeordnet, bis die Inaktivitäts-Zeitüberschreitung greift — standardmäßig 30 Minuten, in den Property-Einstellungen anpassbar. Kehrt der Nutzer danach zurück, beginnt eine neue Sitzung.
Anders als im alten Universal Analytics endet eine GA4-Sitzung nicht um Mitternacht und auch nicht beim Wechsel der Kampagnenquelle. Dadurch fallen Sitzungszahlen in GA4 häufig etwas niedriger aus als in der alten Zählweise — ein wichtiger Punkt beim Vergleich historischer Daten.
Warum ist die Sitzung als Kennzahl wichtig?
Sitzungen sind die gängige Größe, um Besuchsvolumen zu messen und Traffic-Quellen zu vergleichen: Wie viele Besuche kamen über die organische Suche, wie viele über Google Ads, wie viele direkt? Kennzahlen wie Interaktionsrate, Conversion-Rate pro Sitzung oder Events pro Sitzung setzen alle auf dieser Einheit auf.
Der Unterschied zu Nutzern ist zentral: Ein Nutzer kann mehrere Sitzungen erzeugen. 1.000 Sitzungen können von 700 Personen stammen, die teils mehrfach wiederkommen. Für Reichweitenfragen zählt die Nutzerzahl, für Besuchs- und Kampagnenanalysen die Sitzung.
Sitzungen in der Praxis auswerten
Aussagekräftig werden Sitzungen im Verhältnis: Sitzungen pro Kanal zeigen, woher Besucher kommen; Conversions pro Sitzung zeigen, welcher Kanal Qualität liefert. Eine Kampagne mit vielen Sitzungen, aber kaum Interaktionen deutet auf Streuverluste hin — etwa zu breite Keywords oder unpassende Zielgruppen.
Zu beachten sind Messgrenzen: Consent-Ablehnungen, Adblocker und der Wechsel zwischen Geräten führen dazu, dass reale Besuche fehlen oder eine Person mehrfach gezählt wird. Sitzungszahlen sind deshalb als belastbare Trendgröße zu lesen, nicht als exakte Vollerfassung.