Open Graph ist ein von Facebook eingeführtes Protokoll, mit dem Websites steuern, wie ihre Seiten beim Teilen in sozialen Netzwerken und Messengern dargestellt werden. Über Meta-Tags im HTML-Quellcode — die OG-Tags — werden Titel, Beschreibung und Vorschaubild festgelegt. Ohne diese Angaben wählen Plattformen die Vorschau selbst aus, oft mit unpassendem Bild oder abgeschnittenem Text.
Wie funktioniert Open Graph?
Open-Graph-Angaben stehen als Meta-Tags im Kopfbereich einer HTML-Seite. Die wichtigsten sind og:title für die Überschrift der Vorschau, og:description für den Beschreibungstext, og:image für das Vorschaubild, og:url für die kanonische Adresse und og:type für die Art des Inhalts, etwa Website oder Artikel.
Teilt jemand einen Link auf Facebook, LinkedIn, WhatsApp oder in anderen Diensten, ruft die Plattform die Seite ab, liest die OG-Tags aus und baut daraus die Linkvorschau. Twitter beziehungsweise X nutzt ein eigenes, ähnliches System mit Twitter Cards, greift aber auf Open-Graph-Angaben zurück, wenn keine eigenen Tags vorhanden sind.
Warum sind OG-Tags wichtig?
Die Linkvorschau ist der erste Eindruck eines geteilten Inhalts — sie entscheidet mit, ob jemand klickt. Ein aussagekräftiger Titel, eine prägnante Beschreibung und ein hochwertiges Bild erhöhen die Klickwahrscheinlichkeit deutlich gegenüber einer automatisch generierten Vorschau mit zufälligem Seitenelement als Bild.
Für Unternehmen und Kanzleien ist das auch eine Frage der professionellen Außenwirkung: Wird ein Fachbeitrag oder eine Leistungsseite im Netzwerk geteilt, sollte die Vorschau Markenlogo oder passendes Motiv, korrekten Titel und seriösen Text zeigen — nicht ein abgeschnittenes Navigationselement oder einen Platzhaltertext.
Open Graph in der Praxis
In Content-Management-Systemen übernehmen SEO-Plugins die Pflege der OG-Tags meist automatisch: Sie generieren Titel und Beschreibung aus den Seitendaten und erlauben ein individuelles Vorschaubild pro Seite. Für das og:image hat sich ein Querformat mit einem Seitenverhältnis von etwa 1,91:1 etabliert; empfohlen wird häufig eine Größe von 1.200 mal 630 Pixeln.
Nach Änderungen lohnt ein Test mit den Debugging-Werkzeugen der Plattformen — etwa dem Sharing Debugger von Meta oder dem Post Inspector von LinkedIn. Diese zeigen die gerenderte Vorschau an und leeren den Cache, denn Plattformen speichern einmal abgerufene Vorschauen zwischen; alte Bilder können sonst noch tagelang erscheinen.