Make-or-Buy bezeichnet die Entscheidung, ob ein Unternehmen eine Leistung oder ein Produkt selbst herstellt (Make) oder von außen einkauft (Buy). Sie betrifft sowohl Produkte und Bauteile als auch Dienstleistungen wie Marketing oder IT. Grundlage sind Kosten, Qualität, Verfügbarkeit von Know-how und strategische Überlegungen. Eine fundierte Make-or-Buy-Entscheidung beeinflusst Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit erheblich.
Wie trifft man eine Make-or-Buy-Entscheidung?
Zunächst werden die Gesamtkosten beider Optionen verglichen. Bei der Eigenerstellung zählen dazu nicht nur direkte Kosten, sondern auch Investitionen, Personal, Verwaltung und die Bindung von Kapazitäten. Beim Einkauf stehen dem der Marktpreis sowie die Aufwände für Auswahl und Steuerung des Anbieters gegenüber.
Neben den Kosten spielen qualitative Faktoren eine große Rolle: Verfügt das Unternehmen über das nötige Know-how? Ist die Leistung geschäftskritisch? Wie abhängig macht man sich von einem Anbieter? Erst die Gesamtschau aus Zahlen und strategischen Aspekten führt zu einer belastbaren Entscheidung.
Warum ist die Make-or-Buy-Entscheidung wichtig?
Die Entscheidung bindet oft Ressourcen über längere Zeiträume. Wer selbst produziert, investiert in Personal und Technik; wer einkauft, geht Abhängigkeiten von Lieferanten ein. Fehlentscheidungen lassen sich meist nur mit Aufwand korrigieren.
Zudem berührt Make-or-Buy die strategische Ausrichtung. Leistungen, die einen echten Wettbewerbsvorteil begründen, gehören in der Regel ins eigene Haus. Austauschbare Standardleistungen lassen sich dagegen oft günstiger und besser über spezialisierte Partner beziehen.
Make-or-Buy in der Praxis
Für Kanzleien und kleinere Unternehmen stellt sich die Frage besonders im Marketing. Eine eigene Marketingabteilung verursacht laufende Personalkosten und erfordert breites Fachwissen von SEO über Google Ads bis zu Webdesign. Der Einkauf bei einer spezialisierten Agentur bündelt dieses Wissen und lässt sich flexibler skalieren.
In der Praxis fällt die Entscheidung selten schwarz-weiß aus. Häufig entsteht eine Mischform: Strategie und Steuerung bleiben intern, während die operative Umsetzung ausgelagert wird. Wichtig ist, die Entscheidung regelmäßig zu überprüfen, da sich Kosten, Kompetenzen und Marktbedingungen ändern.
Typische Fehler bei Make-or-Buy
Ein häufiger Fehler ist, allein auf den sichtbaren Preis zu schauen und versteckte Kosten zu übersehen. Bei der Eigenfertigung werden oft der Aufwand für Führung, Verwaltung und Kapazitätsbindung unterschätzt, beim Einkauf die Kosten für Auswahl, Einarbeitung und Steuerung des Anbieters.
Ebenso riskant ist es, strategisch wichtiges Wissen leichtfertig auszulagern. Wer Kernkompetenzen aus der Hand gibt, macht sich abhängig und verliert womöglich einen Wettbewerbsvorteil. Die Entscheidung sollte deshalb sowohl die Zahlen als auch die langfristige strategische Bedeutung berücksichtigen.