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Framing

Kurz erklärt

Framing bezeichnet den Effekt, dass dieselbe Information je nach Formulierung und Rahmen unterschiedlich wahrgenommen wird und zu unterschiedlichen Entscheidungen führt. „90 % Erfolgsquote“ wirkt anders als „10 % Misserfolgsquote“, obwohl beides identisch ist. Im Marketing bestimmt Framing, wie Preise, Leistungen und Risiken dargestellt werden — und beeinflusst damit maßgeblich die Wirkung jeder Botschaft.

Framing

Wie funktioniert Framing?

Menschen bewerten Informationen nicht neutral, sondern im Rahmen, in dem sie präsentiert werden. Die Entscheidungsforschung unterscheidet vor allem Gewinn- und Verlust-Frames: Dieselbe Maßnahme kann als Chance („sichern Sie sich zusätzliche Mandate“) oder als Schutz vor Verlust („verlieren Sie keine Anfragen mehr an Wettbewerber“) gerahmt werden. Verlust-Frames wirken wegen der Verlustaversion oft stärker aktivierend, Gewinn-Frames dafür positiver für die Markenwahrnehmung.

Framing wirkt auf vielen Ebenen: in der Wortwahl (Investition statt Kosten, Honorar statt Gebühr), in Bezugsgrößen (2,00 Euro pro Tag statt 730,00 Euro pro Jahr), in der Auswahl des Vergleichsmaßstabs und in der Reihenfolge von Informationen. Auch Bilder, Farben und Absenderkontext rahmen eine Botschaft mit.

Warum ist Framing im Marketing wichtig?

Es gibt keine ungerahmte Kommunikation — jede Formulierung setzt einen Rahmen, ob bewusst gewählt oder nicht. Wer Framing ignoriert, überlässt die Wirkung dem Zufall. Wer es bewusst einsetzt, kann identische Fakten so präsentieren, dass sie verständlicher, relevanter und überzeugender sind: Eine Conversion-Rate-Steigerung klingt abstrakt, „aus 100 Website-Besuchern werden fünf Anfragen statt zwei“ ist greifbar.

In Anzeigen entscheidet der Frame oft über die Klickrate, auf Landingpages über die Conversion und im Verkaufsgespräch über den Abschluss. A/B-Tests von Überschriften sind im Kern fast immer Framing-Tests: gleiche Leistung, anderer Rahmen, messbar andere Ergebnisse.

Framing in der Praxis — Anwendung und Grenzen

Praktische Ansatzpunkte: Nutzen konkret statt abstrakt formulieren, Preise in sinnvolle Bezugsgrößen setzen, Risiken des Nichthandelns benennen (ohne Angstmacherei), positive Grundframes für die Marke wählen und Fachsprache in die Sprache der Zielgruppe übersetzen. Für Kanzleien etwa wirkt „Wir prüfen, ob Ihnen eine Abfindung zusteht“ stärker als „Beratung im Kündigungsschutzrecht“ — derselbe Inhalt, anderer Rahmen.

Die Grenze liegt bei der Irreführung: Framing darf Fakten einordnen, aber nicht verzerren. Wer wesentliche Informationen weglässt oder Risiken systematisch kleinrahmt, bewegt sich Richtung UWG-Verstoß und beschädigt Vertrauen. Seriöses Framing macht wahre Aussagen wirksamer — es ersetzt sie nicht.

Häufige Fragen zu Framing

Der Framing-Effekt beschreibt, dass Menschen auf dieselbe Information unterschiedlich reagieren, je nachdem, wie sie formuliert ist. Ein Joghurt mit „90 % fettfrei“ verkauft sich besser als einer mit „10 % Fett“ — obwohl beide Angaben identisch sind. Der Rahmen verändert die Wahrnehmung, nicht die Fakten.

Framing ist zunächst unvermeidlich — jede Formulierung rahmt. Zur Manipulation wird es, wenn der Rahmen Fakten verzerrt, Wesentliches verschweigt oder falsche Eindrücke erzeugt; das kann auch wettbewerbsrechtlich relevant sein. Ethisches Framing wählt unter wahren Darstellungen die verständlichste und wirksamste.

Durch Testen: Verschiedene Frames als Überschriften- oder Anzeigenvarianten formulieren und per A/B-Test gegeneinander laufen lassen. Als Ausgangspunkt hilft die Frage, ob die Zielgruppe eher einen Gewinn sucht oder einen Verlust vermeiden will — daraus ergibt sich der Grundframe, den die Daten dann bestätigen oder widerlegen.

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