Eine Drip-Kampagne ist eine automatisierte E-Mail-Strecke, bei der Empfänger nacheinander eine Folge vorbereiteter Nachrichten erhalten — ausgelöst durch ein Ereignis wie eine Newsletter-Anmeldung, einen Download oder eine Anfrage. Die Mails werden zeitversetzt „tröpfchenweise“ (englisch drip) versendet und führen Kontakte Schritt für Schritt vom ersten Interesse zur gewünschten Handlung.

Wie funktioniert eine Drip-Kampagne?
Eine Drip-Kampagne besteht aus drei Elementen: einem Auslöser (Trigger), einer Nachrichtenfolge und einem Zeitplan. Der Auslöser ist ein Ereignis — etwa der Download einer Checkliste, eine Webinar-Anmeldung oder ein Kaufabbruch. Danach versendet das E-Mail-System die vorbereitete Sequenz automatisch: zum Beispiel sofort die Begrüßung mit dem versprochenen Inhalt, nach zwei Tagen ein vertiefender Fachbeitrag, nach fünf Tagen eine Fallstudie, nach acht Tagen die Einladung zum Erstgespräch.
Moderne Systeme verzweigen die Strecke nach Verhalten: Wer die Einladung öffnet, aber nicht bucht, erhält eine Erinnerung; wer nie öffnet, bekommt eine andere Betreffzeile oder scheidet aus der Sequenz aus. So entsteht aus einer starren Serie eine reaktive Strecke, die sich dem Empfänger anpasst.
Warum sind Drip-Kampagnen wirksam?
Die wenigsten Kontakte sind beim Erstkontakt kaufbereit — aber genau dann bricht der Kontakt bei den meisten Unternehmen ab. Drip-Kampagnen schließen diese Lücke: Sie halten die Verbindung über Wochen, bauen mit jedem nützlichen Inhalt Vertrauen auf und sind präsent, wenn der Bedarf akut wird. Das ist klassisches Lead-Nurturing in automatisierter Form.
Der Effizienzvorteil: Die Strecke wird einmal konzipiert und arbeitet dann dauerhaft für jeden neuen Kontakt — rund um die Uhr, ohne manuelle Nachfassarbeit. Gegenüber einzelnen Newslettern haben Drip-Mails zudem oft bessere Öffnungsraten, weil sie zum richtigen Zeitpunkt in der individuellen Journey ankommen statt nach Redaktionskalender.
Drip-Kampagnen in der Praxis — Aufbau und Rechtliches
Bewährte Einsatzszenarien: die Willkommensstrecke nach Newsletter-Anmeldung (Vorstellung, beste Inhalte, Erwartungsmanagement), die Nurturing-Strecke nach einem Lead-Magnet-Download (vom Problemwissen zur Lösungsentscheidung), das Onboarding neuer Kunden oder Mandanten (Abläufe, Unterlagen, Ansprechpartner) und Reaktivierungsstrecken für inaktive Kontakte. Je Strecke gilt: ein Ziel, drei bis sieben Mails, jede mit genau einer Handlungsaufforderung.
Rechtlich ist die Grundlage entscheidend: E-Mail-Marketing an Interessenten erfordert in der Regel eine ausdrückliche Einwilligung, sauber dokumentiert per Double-Opt-in, plus Abmeldemöglichkeit in jeder Mail. Die Einwilligung sollte abdecken, was tatsächlich versendet wird. Beim Aufsetzen lohnt der Blick auf die Kennzahlen je Mail — Öffnungs-, Klick- und Abmelderaten zeigen präzise, an welcher Stelle die Strecke verliert und wo nachgebessert werden muss.