Das Conversion-Fenster (englisch Conversion Window) ist der Zeitraum nach einer Anzeigeninteraktion, in dem eine Conversion dieser Interaktion noch zugerechnet wird. Klickt ein Nutzer auf eine Anzeige und konvertiert innerhalb des eingestellten Fensters — etwa 30 Tage —, zählt die Conversion zur Kampagne; danach nicht mehr. Die Einstellung beeinflusst damit direkt, wie viele Conversions im Konto sichtbar sind und womit Gebotsalgorithmen lernen.

Wie funktioniert das Conversion-Fenster?
In Google Ads wird das Conversion-Fenster pro Conversion-Aktion festgelegt. Für Klick-Conversions sind je nach Aktionstyp Zeiträume von wenigen Tagen bis zu 90 Tagen wählbar; für Views ohne Klick (View-through-Conversions) und interaktionsstarke Videoaufrufe gelten eigene, meist kürzere Fenster. Konvertiert ein Nutzer innerhalb des Fensters, ordnet Google die Conversion — je nach Attributionsmodell anteilig oder vollständig — der ursprünglichen Interaktion zu und weist sie dem Datum des Klicks zu, nicht dem Tag der Conversion.
Diese Rückdatierung hat eine wichtige Folge für die Auswertung: Berichte über die letzten Tage sind systematisch unvollständig, weil noch Conversions aus laufenden Fenstern nachlaufen. Wer die Kampagnenleistung von gestern bewertet, sieht nur einen Teil der Conversions, die diesem Tag am Ende zugerechnet werden.
Warum ist das Conversion-Fenster wichtig?
Das Fenster sollte zur tatsächlichen Entscheidungsdauer der Kunden passen. Ein Onlineshop mit Spontankäufen kommt mit kurzen Fenstern aus; eine Rechtsberatung oder ein B2B-Angebot mit wochenlanger Abwägung braucht längere Zeiträume, sonst gehen späte Conversions verloren und die Kampagnen wirken schlechter, als sie sind. Ein zu kurzes Fenster entzieht zudem Smart Bidding Lerndaten, weil der Algorithmus späte Abschlüsse nie zu sehen bekommt.
Umgekehrt macht ein unnötig langes Fenster die Steuerung träge: Conversions laufen wochenlang nach, Berichte stabilisieren sich spät, und der Zusammenhang zwischen Maßnahme und Ergebnis verwischt. Die Wahl des Fensters ist damit immer ein Abwägen zwischen Vollständigkeit und Aktualität der Daten.
Conversion-Fenster in der Praxis
Ausgangspunkt sollte die reale Zeitspanne zwischen Erstklick und Abschluss sein — sichtbar etwa in den Berichten zur Conversion-Verzögerung oder in eigenen CRM-Daten. Zeigt sich, dass ein relevanter Teil der Abschlüsse erst nach zwei, drei Wochen erfolgt, ist ein 30-Tage-Fenster meist die sichere Wahl; bei sehr schnellen Entscheidungen genügen kürzere Fenster und liefern dafür aktuellere Daten.
Zwei Praxisregeln helfen zusätzlich: Erstens bei der Auswertung junger Zeiträume die Conversion-Verzögerung einkalkulieren und Kampagnen nicht auf Basis der letzten Tage abstrafen. Zweitens Änderungen am Fenster dokumentieren, denn sie verschieben die ausgewiesenen Conversion-Zahlen und machen Vorher-Nachher-Vergleiche sonst irreführend. Bei Leads mit langem Sales-Zyklus lohnt der Blick über Google Ads hinaus — etwa mit offline importierten Abschluss-Conversions, die das Bild vervollständigen.