Der Alt-Text (Alternativtext) ist eine Textbeschreibung für Bilder auf Websites, die im HTML-Code über das alt-Attribut hinterlegt wird. Er wird angezeigt, wenn ein Bild nicht geladen werden kann, und von Screenreadern vorgelesen, damit blinde und sehbehinderte Menschen den Bildinhalt erfassen können. Zugleich hilft der Alt-Text Suchmaschinen, Bilder inhaltlich zu verstehen — er ist damit ein Baustein von Barrierefreiheit und Suchmaschinenoptimierung.

Was ist der Alt-Text?
Der Alt-Text, ausgeschrieben Alternativtext, ist eine Textbeschreibung für Bilder auf Websites, die im HTML-Code über das alt-Attribut hinterlegt wird. Er wird angezeigt, wenn ein Bild nicht geladen werden kann, und von Screenreadern vorgelesen, damit blinde und sehbehinderte Menschen den Bildinhalt erfassen können. Zugleich hilft der Alt-Text Suchmaschinen, Bilder inhaltlich zu verstehen — er ist damit ein Baustein von Barrierefreiheit und Suchmaschinenoptimierung. Grundlagen und Beispiele bündelt das W3C-Tutorial zu Bildern.
Der Alt-Text ist Teil des Onpage-SEO und zugleich eine Pflicht der digitalen Barrierefreiheit. Er verbindet zwei Ziele, die in der Praxis oft getrennt behandelt werden: Menschen mit Behinderung den Zugang zu Bildinhalten zu ermöglichen und Maschinen das Verständnis der Seite zu erleichtern. Eine allgemeine Einordnung bietet der Wikipedia-Artikel zum Alternativtext.
Der Alt-Text ist bewusst redundant gedacht: Er tritt an die Stelle des Bildes, wann immer das Bild selbst nicht wahrgenommen werden kann — sei es, weil es nicht lädt, weil ein Screenreader es vorliest oder weil eine Suchmaschine den Inhalt maschinell erfassen will. Diese Stellvertreterrolle bestimmt, wie ein guter Alt-Text formuliert sein sollte: so, dass er das Bild in seiner Funktion sinnvoll ersetzt.
Wie funktioniert der Alt-Text technisch?
Technisch ist der Alt-Text ein Attribut im img-Element, etwa in der Form alt='Team der Kanzlei vor dem Bürogebäude'. Browser zeigen diesen Text an, wenn das Bild nicht geladen wird; assistive Technologien wie Screenreader lesen ihn vor. Suchmaschinen-Crawler, die Bildinhalte nur begrenzt interpretieren können, nutzen ihn als wichtiges Signal für die Bildersuche und den Seitenkontext. Die MDN-Referenz zum img-Element beschreibt das Attribut und seine korrekte Verwendung.
Ein guter Alt-Text beschreibt knapp und konkret, was auf dem Bild zu sehen ist und welche Funktion es im Kontext der Seite hat. Rein dekorative Bilder erhalten ein leeres alt-Attribut, damit Screenreader sie überspringen, statt einen Dateinamen vorzulesen. Bei Bildern, die als Links dienen, sollte der Alt-Text das Linkziel benennen, nicht nur das Motiv beschreiben.
Vom Alt-Text zu unterscheiden ist das title-Attribut, das lediglich einen Tooltip beim Überfahren mit der Maus erzeugt und für die Barrierefreiheit unzuverlässig ist. Auch die Bildunterschrift, das figcaption-Element, hat eine andere Rolle: Sie ist sichtbar für alle Nutzer. Der Alt-Text bleibt die zentrale, für assistive Technologien maßgebliche Textalternative und sollte in keinem inhaltlich relevanten Bild fehlen.
Warum ist der Alt-Text wichtig?
Für die Barrierefreiheit ist der Alt-Text unverzichtbar: Ohne ihn bleiben Bildinhalte für Menschen mit Sehbehinderung unzugänglich. Die WCAG-Richtlinien fordern Textalternativen für Nicht-Text-Inhalte; das entsprechende Erfolgskriterium erläutert das W3C-Verständnisdokument zu Nicht-Text-Inhalten. Mit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz sind Anforderungen an digitale Barrierefreiheit für viele Unternehmen auch rechtlich relevant geworden — Details dazu unter Barrierefreiheitspflichten für Websites.
Für die Suchmaschinenoptimierung liefert der Alt-Text Kontext: Er verbessert die Auffindbarkeit in der Google-Bildersuche und unterstützt die thematische Einordnung der Seite. Google selbst empfiehlt in seiner Dokumentation zu Bildern aussagekräftige Alternativtexte. Ein Ranking-Wundermittel ist der Alt-Text nicht — aber ein leicht umsetzbarer Baustein sauberer technischer Optimierung.
Typische Fehler beim Alt-Text
Der häufigste Fehler ist das Weglassen: Auf vielen Websites tragen große Teile der Bilder gar keinen Alternativtext. Ebenfalls verbreitet sind nichtssagende Texte wie „Bild1.jpg“ oder „Foto“, das wahllose Aneinanderreihen von Begriffen im Sinne von Keyword-Stuffing und identische Alt-Texte für unterschiedliche Bilder. Solche Praktiken schaden der Barrierefreiheit und bringen für das Ranking nichts. Suchmaschinen erkennen offensichtliche Manipulationen wie Keyword-Stuffing im Alt-Text und können sie im schlechtesten Fall sogar negativ werten. Ehrliche, treffende Beschreibungen sind deshalb nicht nur die zugänglichere, sondern auch die für das Ranking bessere Wahl.
Gute Praxis: konkret beschreiben statt füllen — „Anwältin berät Mandantin am Besprechungstisch“ statt bloß „Beratung“ —, relevante Begriffe natürlich einbauen, wenn sie zum Bild passen, und dekorative Elemente konsequent mit leerem alt-Attribut versehen. Der Alt-Text sollte zum Haupt-Keyword der Seite passen, ohne erzwungen zu wirken, und in Länge und Ton zum Kontext passen.
Alt-Text im Zusammenspiel mit Bild-SEO
Der Alt-Text entfaltet seine Wirkung erst im Verbund mit weiteren Maßnahmen der Bildoptimierung. Ein sprechender Dateiname, eine sinnvolle Bildunterschrift und der umgebende Text stützen die thematische Einordnung zusätzlich. Technisch zahlen Bildkomprimierung und moderne Bildformate wie WebP oder AVIF auf Ladezeit und damit indirekt auf das Ranking ein.
Für große Websites lohnt sich ein systematischer Blick: Fehlen bei vielen Bildern die Alternativtexte, ist das ein wiederkehrender Mangel, der sich in einem SEO-Audit oder über die Google Search Console aufdecken lässt. Wer neue Bilder von Anfang an mit sauberem Alt-Text pflegt, vermeidet spätere Nacharbeit und stellt sicher, dass die Seite für Menschen und Maschinen gleichermaßen zugänglich bleibt. Auch beim Einsatz von Lazy Loading bleibt der Alt-Text erhalten und wird korrekt vorgelesen.
Alt-Text in der Praxis pflegen
In gängigen Content-Management-Systemen lässt sich der Alt-Text bequem im Medienbereich pflegen. In WordPress etwa gibt es beim Hochladen eines Bildes ein eigenes Feld dafür; wer es konsequent ausfüllt, baut über die Zeit eine durchgängig zugängliche Mediathek auf. Sinnvoll ist eine kleine Redaktionsregel: Kein inhaltlich relevantes Bild wird veröffentlicht, ohne dass zuvor ein passender Alternativtext gesetzt wurde.
Der Alt-Text ist damit ein gutes Beispiel dafür, wie Barrierefreies Internet und suchmaschinenfreundliche Onpage-Arbeit Hand in Hand gehen: Eine Maßnahme, die vor allem Menschen mit Behinderung zugutekommt, verbessert zugleich die maschinelle Erfassbarkeit der Inhalte. Für Website-Betreiber ist das ein seltener Fall, in dem sich Pflichterfüllung und Marketingnutzen decken — und einer der am einfachsten umzusetzenden dazu.
Alt-Text für komplexe und funktionale Bilder
Nicht jedes Bild lässt sich in einem Halbsatz beschreiben. Bei komplexen Grafiken wie Diagrammen oder Infografiken sollte der Alt-Text den Kerninhalt knapp benennen, während die ausführliche Erklärung in den umgebenden Fließtext gehört — so bleibt der Alternativtext handhabbar und die Information dennoch zugänglich. Bei einem Favicon oder rein schmückenden Trennlinien dagegen ist ein leeres alt-Attribut korrekt, weil sie keine inhaltliche Botschaft tragen.
Eine besondere Rolle spielen funktionale Bilder: Ein als Bild gestalteter Button oder ein verlinktes Logo braucht einen Alt-Text, der die Aktion oder das Ziel beschreibt, nicht das Aussehen — etwa „Zur Startseite“ statt „Firmenlogo“. Wer Bilder konsequent nach ihrer Funktion beschreibt, sorgt dafür, dass die Navigation auch per Screenreader verständlich bleibt. Damit wird der Alt-Text vom lästigen Pflichtfeld zu einem echten Werkzeug für eine zugängliche, gut strukturierte und suchmaschinenfreundliche Website. Der Aufwand dafür ist gering, der Nutzen jedoch doppelt: Jedes sinnvoll beschriebene Bild verbessert die Zugänglichkeit für Menschen mit Behinderung und liefert Suchmaschinen zugleich ein zusätzliches inhaltliches Signal. Wer diese Gewohnheit einmal in seinen Redaktionsprozess einbaut, profitiert dauerhaft, ohne bei jedem einzelnen Bild neu darüber nachdenken zu müssen.