Werbekennzeichnung bezeichnet die Pflicht, werbliche Inhalte klar als solche zu kennzeichnen, damit Nutzer sie von redaktionellen oder privaten Inhalten unterscheiden können. Sie soll Schleichwerbung verhindern und gilt besonders im Influencer-Marketing und in sozialen Netzwerken. Übliche Hinweise sind Wörter wie Anzeige oder Werbung.

Wie funktioniert Werbekennzeichnung?
Kommerzielle Inhalte müssen so gekennzeichnet werden, dass der werbliche Charakter auf den ersten Blick erkennbar ist. In der Praxis geschieht dies durch eindeutige Begriffe wie Anzeige oder Werbung an gut sichtbarer Stelle, nicht versteckt am Ende eines Textes oder zwischen vielen Hashtags.
Plattformen bieten eigene Werkzeuge, etwa den Hinweis auf bezahlte Partnerschaften bei Branded Content. Diese Plattform-Kennzeichnung ist hilfreich, ersetzt aber nach verbreiteter Auffassung nicht zwingend die zusätzliche, deutlich sichtbare Kennzeichnung im Beitrag selbst.
Ob eine Kennzeichnung erforderlich ist, hängt vom kommerziellen Zweck ab. Wird ein Produkt gegen Bezahlung, kostenlose Zusendung oder sonstige Vorteile beworben, liegt in der Regel Werbung vor. Die genaue Bewertung sollte im Zweifel rechtlich geprüft werden.
Warum ist Werbekennzeichnung wichtig?
Der Gesetzgeber will verhindern, dass Nutzer über den werblichen Charakter von Inhalten getäuscht werden. Fehlende oder unklare Kennzeichnung kann als unlautere geschäftliche Handlung gelten und wettbewerbsrechtliche Folgen wie Abmahnungen nach sich ziehen.
Neben rechtlichen Risiken geht es um Vertrauen. Transparente Kennzeichnung stärkt die Glaubwürdigkeit von Creatorn und Marken, während aufgedeckte Schleichwerbung dem Ruf nachhaltig schadet. Klare Kennzeichnung ist damit auch im eigenen Interesse.
Werbekennzeichnung in der Praxis
In sozialen Netzwerken hat sich bewährt, den Hinweis Anzeige oder Werbung am Anfang des Beitrags oder deutlich sichtbar im Bild zu platzieren. Uneindeutige oder rein englische Ergänzungen können je nach Kontext als unzureichend gelten.
Für Kanzleien, Steuerberater und andere reglementierte Berufe kommen berufsrechtliche Vorgaben hinzu, die über die allgemeine Kennzeichnungspflicht hinausgehen können. Wer regelmäßig wirbt, sollte klare interne Regeln festlegen und die Kennzeichnung im Zweifel anwaltlich prüfen lassen, statt auf pauschale Faustregeln zu vertrauen.
Typische Fehler bei der Werbekennzeichnung
Ein klassischer Fehler ist die versteckte Kennzeichnung: ein einzelnes Kürzel am Ende eines langen Textes oder zwischen zahlreichen Hashtags. Sie kann als unzureichend gelten, weil der werbliche Charakter nicht auf den ersten Blick erkennbar ist. Der Hinweis gehört gut sichtbar an den Anfang oder ins Bild.
Ein weiterer Fehler ist die Annahme, unbezahlte Empfehlungen seien grundsätzlich kennzeichnungsfrei. Auch kostenlos erhaltene Produkte oder enge Geschäftsbeziehungen können eine Kennzeichnungspflicht auslösen. Ebenso riskant ist es, sich allein auf die Plattform-Kennzeichnung zu verlassen, denn diese ersetzt nach verbreiteter Auffassung nicht zwingend den deutlich sichtbaren Hinweis im Beitrag.