Interaction to Next Paint (INP) ist eine Kennzahl aus den Core Web Vitals, die misst, wie schnell eine Website sichtbar auf Nutzereingaben reagiert. Erfasst wird die Zeit von einer Interaktion, etwa einem Klick oder Tippen, bis die nächste sichtbare Bildschirmaktualisierung erfolgt. INP bewertet die Reaktionsfreudigkeit über den gesamten Seitenbesuch hinweg.

Wie funktioniert die Messung von INP?
INP betrachtet alle Interaktionen während eines Besuchs, also Klicks, Tippen auf dem Touchscreen und Tastatureingaben, und misst jeweils die Verzögerung bis zur nächsten sichtbaren Reaktion. Als repräsentativer Wert wird nahezu die langsamste dieser Interaktionen herangezogen, damit einzelne Ausreißer erfasst werden.
Ein niedriger INP-Wert bedeutet eine schnelle Reaktion. Google nennt als Richtwert eine gute Bewertung bei bis zu 200 Millisekunden, während Werte über 500 Millisekunden als schlecht gelten. INP hat den früheren Wert First Input Delay als Core Web Vital abgelöst, weil es die Reaktionsfähigkeit umfassender abbildet.
Warum ist INP wichtig?
Eine Seite, die auf Eingaben spürbar verzögert reagiert, wirkt träge und frustriert Nutzer. INP macht diese Reaktionsfreudigkeit messbar und ist Teil der Core Web Vitals, die als Ranking-Faktoren in die Bewertung durch Google einfließen. Eine gute Reaktionszeit unterstützt damit sowohl die Nutzererfahrung als auch die Sichtbarkeit.
Hauptursache für schlechte INP-Werte ist meist umfangreiches JavaScript, das den Hauptprozess des Browsers blockiert und so verhindert, dass Eingaben schnell verarbeitet werden. Gerade Seiten mit vielen Skripten, Trackern oder komplexen Interaktionen sind anfällig.
INP in der Praxis verbessern
Zur Verbesserung wird umfangreiches JavaScript aufgeteilt und nur bei Bedarf geladen, damit der Browser Eingaben zwischen den Aufgaben verarbeiten kann. Nicht benötigte Skripte und Tracker sollten reduziert oder verzögert eingebunden werden. Auch effizient programmierte Ereignisbehandlung hilft.
Gemessen wird INP mit Werkzeugen wie PageSpeed Insights, der Chrome-Erweiterung Web Vitals oder in der Search Console, die Felddaten echter Nutzer auswertet. Für Unternehmens- und Kanzlei-Websites mit vielen eingebundenen Diensten lohnt es sich, regelmäßig zu prüfen, ob Formulare, Menüs und Buttons ohne spürbare Verzögerung reagieren.
Ein häufiger Stolperstein sind Skripte von Drittanbietern wie Chat-Fenster, Tracking-Dienste oder Einbindungen sozialer Netzwerke, die im Hintergrund arbeiten und den Browser blockieren können. Hier hilft es, wirklich benötigte Dienste auszuwählen und nicht sofort benötigte erst nach der ersten Interaktion oder verzögert zu laden. Auch aufwendige Berechnungen lassen sich in kleinere Teile zerlegen, damit der Browser zwischendurch auf Eingaben reagieren kann. So bleibt die Seite auch bei umfangreicher Funktionalität flüssig bedienbar.