Ein Barter-Deal ist eine Influencer-Kooperation ohne Geldzahlung: Der Creator erhält statt eines Honorars ein Produkt oder eine Dienstleistung und veröffentlicht dafür Inhalte. Solche Produktkooperationen sind vor allem bei kleineren Influencern verbreitet. Auch ohne Geldfluss gelten sie als Werbung und müssen entsprechend gekennzeichnet werden.

Wie funktioniert ein Barter-Deal?
Bei einem Barter-Deal stellt die Marke dem Influencer ein Produkt oder eine Dienstleistung kostenlos zur Verfügung, und der Influencer erstellt im Gegenzug Inhalte, etwa einen Beitrag, eine Story oder ein Video. Es fließt also kein Geld, sondern es wird eine Sachleistung gegen eine mediale Gegenleistung getauscht. Der Wert der Leistung und der erwartete Umfang der Beiträge sollten vorab klar vereinbart werden.
Barter-Deals sind besonders bei Nano- und Mikro-Influencern üblich, für die der Produktwert eine attraktive Vergütung darstellt. Für Marken sind sie ein kostengünstiger Einstieg ins Influencer-Marketing. Damit keine Missverständnisse entstehen, empfiehlt sich auch hier eine schriftliche Vereinbarung über Leistungen, Zeitrahmen und Kennzeichnung.
Warum sind Barter-Deals wichtig?
Barter-Deals senken die Einstiegshürde ins Influencer-Marketing, weil kein Werbebudget in Form von Honoraren nötig ist. Gerade kleine Unternehmen können so mit mehreren passenden Influencern zusammenarbeiten und authentische Empfehlungen für ihr Produkt gewinnen. Für den Creator sind sie attraktiv, wenn das Produkt zum eigenen Profil und zur Followerschaft passt.
Zu beachten ist, dass auch eine reine Produktkooperation rechtlich als Werbung gilt: Sobald eine Gegenleistung vorliegt, ist der Beitrag kennzeichnungspflichtig. Die weitverbreitete Annahme, ohne Geldzahlung entfalle die Kennzeichnungspflicht, ist falsch und kann zu Abmahnungen führen.
Barter-Deals in der Praxis
In der Praxis funktioniert ein Barter-Deal am besten, wenn das Produkt echten Bezug zur Zielgruppe des Influencers hat und dieser genug kreativen Freiraum erhält, um die Empfehlung glaubwürdig zu gestalten. Eine kurze schriftliche Absprache über Leistungsumfang, Fristen, Nutzungsrechte und Werbekennzeichnung beugt späteren Unklarheiten vor.
Für Kanzleien und regulierte Berufe sind Produktkooperationen in dieser Form kaum praktikabel und berufsrechtlich heikel. Für Produktmarken dagegen sind Barter-Deals ein bewährtes Mittel, um mit begrenztem Budget authentische Sichtbarkeit aufzubauen, sofern die Kennzeichnungspflicht konsequent beachtet wird. Sinnvoll ist außerdem, den Wert der Sachleistung und den erwarteten Gegenwert realistisch abzuwägen, damit die Zusammenarbeit für beide Seiten fair bleibt. Ein Produkt, dessen Wert deutlich unter dem Aufwand des Creators liegt, führt selten zu engagierten Beiträgen.