Einleitung
Zoe Klein ist SEO-Texterin bei OMmatic. Als Werkstudentin erstellt sie SEO-optimierte Texte für Kanzlei-Websites – und hat dabei ein Handwerk gelernt, das weit über das hinausgeht, was Schreibkurse vermitteln können.
Im Gespräch erzählt sie, wie sie gelernt hat, über juristische Themen zu schreiben, ohne Juristin zu sein – und was dieser Job ihr als Autorin und als Person mitgegeben hat.
Fragen und Antworten
Du schreibst als Studentin SEO-Texte für Kanzleien. Wie bist du zu diesem Job gekommen – und was hat dich an der Kombination aus Sprache, SEO und Rechtssektor gereizt?
Ich bin durch einen ehemaligen Kommilitonen, der damals auch bei OMmatic als Texter gearbeitet hat, auf den Job aufmerksam geworden. In der Schule war Deutsch schon immer eines meiner Lieblingsfächer, weil ich es mochte, Essays und Geschichten zu schreiben. Leider kann man innerhalb des Jurastudiums diese Kreativität nicht so ausleben, weshalb der Job für mich perfekt schien. Die SEO-Optimierung sehe ich dabei vor allem als Challenge.
Rechtlich korrekte Texte schreiben ohne juristische Ausbildung – wie gehst du damit um, und welche Prozesse helfen dir dabei?
Die Themen, welche für Rechtsanwälte interessant sind, unterscheiden sich deutlich von dem Lernstoff des Jurastudiums. In der Universität werden vor allem theoretisch abstrakte Themen und Probleme gelehrt. Bei der Ableitung von der Theorie in praxisrelevante Texte helfen mir vor allem KI-Tools, die inzwischen auch von den juristischen Datenbanken angeboten werden.
Was war der erste Text, bei dem du gemerkt hast: Das funktioniert wirklich, das rankt – wie hat sich das angefühlt?
Es war ein Blogbeitrag im Strafrecht über die Einordnung von Messern unter den Waffenbegriff. Das Thema habe ich damals herausgesucht und recherchiert, weil es immer wieder in der Literatur und Rechtsprechung diskutiert wird. Persönlich hat es mich gefreut, den „richtigen Riecher" gehabt zu haben und auch Nicht-Juristen damit abzuholen.
Wie verändert der ständige Kontakt mit juristischen Themen dein eigenes Denken und Schreiben?
Auf jeden Fall sieht man mehr Probleme. Beispielsweise denke ich immer an die juristischen Konsequenzen, wenn ich eine „brenzlige" Verkehrssituation im Straßenverkehr sehe. Oft überlege ich auch, während ich Nachrichten schaue, ob dies guten Content geben würde und wie man dies für Nicht-Juristen verständlicher machen könnte.
SEO-Texte schreiben ist eine Disziplin, die viele unterschätzen. Was hast du in der Praxis gelernt, das dir im Studium nicht beigebracht wurde?
Der Umgang mit KI kam meiner Meinung nach etwas zu kurz. Vor einer Hausarbeit mit KI wurde schon jeder gewarnt. Aber gerade die positiven Effekte, wie Zusammenfassungen oder kurze Karteikarten verfassen, wurden nicht thematisiert. Erst durch meine Arbeit mit OMmatic habe ich gelernt, mit KI-Tools zusammenzuarbeiten, sie aber gleichzeitig kritisch zu hinterfragen.
Wie ist es, als Studentin in einem professionellen Team zu arbeiten – was gibst du, was bekommst du zurück?
Von Anfang an wurde mir viel Vertrauen entgegengebracht, welches sich sowohl auf mich als Person, als auch meine Fähigkeiten bezog. Auch wenn ich in der Regel remote arbeite, habe ich dennoch das Gefühl zum Team dazuzugehören. Meinerseits gebe ich natürlich mein Wissen aus dem Studium weiter. Ich fühle mich manchmal wie eine Brücke zwischen Marketing- und Anwaltsperspektive, da ich aufgrund von Praktika auch zweiteres gut verstehen kann.
Was würdest du Kommilitonen mitgeben, die überlegen, Werkstudentin oder Werkstudent in einer Marketing-Agentur zu werden?
Die Arbeit in einer Marketing-Agentur ist vielseitig und flexibel. Gerade, wenn man sich vielleicht noch nicht sicher ist, in welche Richtung man beruflich gehen möchte, kann dies eine Möglichkeit sein, in verschiedene Bereiche hineinzuschnuppern. Mir persönlich hat es auch geholfen, aus mir herauszukommen. Ich durfte bisher schon bei ein paar Messen dabei sein, wo ich viele neue Leute kennengelernt habe und selbst Kontakte knüpfen konnte.
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